Kaffeevollautomaten im Vergleich & Test bzw. Ratgeber 2020

Kaffeespezialitäten wie beim Italiener um die Ecke? Das geht - mit Kaffeevollautomaten. Einfach die Tasse unter die Maschine stellen, kurz warten und anschließend genießen. Gutes kann so einfach sein!

 

Aber angesichts des riesigen Angebots an Kaffeevollautomaten, das sich im Internet findet, kann es auch schwierig erscheinen, den Überblick zu bewahren: Welche Features brauche ich wirklich? Welche Maschine passt zu mir und meinen Bedürfnissen? Hier findest du es heraus: Wir haben 3 Top Geräte, die auch bei Stiftung-Warentest ein gutes Testergebnis erreicht haben, im Vergleich. 

Melitta Caffeo Barista TS

Pro
  • Volumen und Stärke während des brühen veränderbar
  • Große Vielfalt - 22 Kaffeerezepte  
  • Bis zu acht personalisierte Lieblingsgetränke speicherbar
  • zwei getrennte Bohnenbehälter
  • leises Mahlwerk
Contra
  • Brüheinheit verschmutz stark  und sollte oft gereinigt werden
  • etwas langsam

Testergebnisse Stiftung-Warentest

Melitta: Caffeo Barista TS Gewichtung Testurteil
Qualitätsurteil  100 % gut (2,0)
Sensorische Beurteilung 35 % gut (1,7)
Technische Prüfung 25 % gut (2,3)
Handhabung 20 % gut (2,3)
Sicherheit 5 % gut (1,8)
Umwelteigenschaften 10 % gut (2,5)
Schadstoffe 5 % sehr gut (1,3) 

Severin KV 8090

Pro
  • sehr schnell Betriebsbereit
  • Abtropfschale sehr gut zu reinigen
  • Wassertank sehr leicht einzusetzen 
Contra
  • ohne Milchschaumfunktion
  • ohne Regler für Kaffeestärke
  • Menüführung etwas kompliziert und Tastenkombinationen sind nötig
  • Mahlt relativ laut

Testergebnisse Stiftung-Warentest

Severin: KV 8090 Gewichtung Testurteil
Qualitätsurteil 100 % gut (2,0)
Sensorische Beurteilung 35 % gut (1,8)
Technische Prüfung 25 % gut (2,0)
Handhabung 20 % gut (2,4)
Sicherheit 5 % sehr gut (1,4)
Umwelteigenschaften 10 % gut (2,5)
Schadstoffe 5 % sehr gut (1,5) 

Tchibo Esperto Caffè 366580

Pro
  • günstig
  • Menge und Stärke lassen sich anpassen
  • Intense-Taste für stärkeren Kaffee
  • leicht zu reinigen 
  • Bohnenfach lässt sich vergrößern 
Contra
  • ohne Milchschaumfunktion
  • braucht lange zum aufheizen (knapp über eine Minute)
  • zum Teil Tastenkombinationen nötig (z.B. bei Pflege)
  • relativ laut beim Mahlen

Testergebnisse Stiftung-Warentest

Tchibo: Esperto Caffè 366580 Gewichtung Testurteil
Qualitätsurteil 100 % gut (2,0)
Sensorische Beurteilung 35 % gut (1,8)
Technische Prüfung 25 % gut (2,1)
Handhabung 20 % gut (2,3)
Sicherheit 5 % sehr gut (1,4)
Umwelteigenschaften 10 % gut (2,5)
Schadstoffe 5 % sehr gut (1,5) 

Kaffeevollautomaten liegen im Trend. Vor allem am Arbeitsplatz schätzen viele Menschen die Möglichkeit, in kurzer Zeit und auf Knopfdruck verschiedene Kaffeespezialitäten zuzubereiten. Dazu kommt, dass das Ergebnis bei hochwertigen Automaten fast so gut schmeckt wie beim Lieblingsitaliener um die Ecke.

 

Doch wie funktioniert ein Kaffeevollautomat, für wen ist er die richtige Wahl und worauf solltest Du achten, wenn Du Dir ein neues Gerät kaufst? Hier findest Du Antworten auf diese und andere Fragen. Außerdem beschäftigen wir uns damit, welche Eigenschaften guten Kaffee ausmachen und welche Tricks für besonders viel Geschmack sorgen.

Funktion sowie Vor - und Nachteile

Im Grunde genommen macht ein Kaffeevollautomat das, was beim Lieblingsitaliener der Barista übernimmt:

 

  1. Ein integriertes Mahlwerk mahlt die richtige Menge an Bohnen für das gewünschte Getränk.
  2. Die Brüheinheit presst das so entstandene Kaffeepulver zu einem „Puck“.
  3. Das von einem Boiler oder Thermoblock erhitzte Wasser durchströmt das Pulver.
  4. Die vorgegebene Menge an Kaffee fließt in die bereitgestellte Tasse.

Zusätzlich erledigt ein Kaffeevollautomat je nach Modell eine Reihe anderer Vorgänge. Dazu gehören das Aufschäumen von Milch für Cappuccino und Co. – bei einem Kaffeevollautomaten mit Milchbehälter ganz praktisch in der Maschine – und das Spülen der Leitung in regelmäßigen Abständen. Hochwertige Geräte reinigen sich selbst, was den Komfort noch einmal deutlich erhöht.

Pro
  • Einfach zu bedienen
  • Geringer Zeitaufwand für die Zubereitung und Wartung
  • Wenig kostenintensiv
  • Umweltfreundlicher als Kapselmaschinen
  • Aromatischer Geschmack
Contra
  • Kein "echter Espresso"
  • Kaffeevollautomat-Reperatur nur durch den Fachmann
  • Mehr als ein oder maximal zwei Tassen lassen sich nicht gleichzeitg zubereiten
  • Hoher Preis

Für wen geeignet?

Kaffeevollautomaten sind der ideale Kompromiss aus gutem Geschmack und maximalem Komfort bei Zubereitung und Reinigung. Sie eignen sich sehr gut für Büros oder andere Orte, an denen mehr Menschen zusammenkommen und die Zeit knapp ist. Aber auch für zu Hause ist ein solches Gerät eine lohnende Anschaffung. Wer einen hundertprozentig authentischen Espressogeschmack möchte, der sollte auf andere Arten der Zubereitung zurückgreifen. Und wer mit Filterkaffee voll und ganz zufrieden ist, kann sich das Geld für einen Kaffeevollautomaten ebenfalls sparen.

Das Mahlwerk

Wie gut der Kaffee aus einem Kaffeevollautomaten schmeckt, hängt entscheidend von der Qualität des Mahlwerks ab. Dabei spielt das Material an sich eine untergeordnete Rolle. Denn auch wenn viele Fans von Kaffeevollautomaten auf Keramikmahlwerke schwören, gibt es Mahlwerke aus Stahl, die diesen ebenbürtig sind

 

Auch bei der Bauart von Mahlwerken stehen Dir zwei Optionen zur Verfügung:

 

  • Kegelmahlwerk: Dieses Mahlwerk zerkleinert die Kaffeebohnen zwischen einer Aussparung und einem Kegel.
  • Scheibenmahlwerk: Hier wird der Kaffee zwischen zwei aufeinanderliegenden Scheiben gemahlen. Je nachdem, wie groß der Abstand zwischen beiden Scheiben ausfällt, verändert sich der Mahlgrad.

Auch in dieser Hinsicht lässt sich schlecht festhalten, dass eine Form des Mahlwerks besser ist als die andere. Scheibenmahlwerke sind leiser, Kegelmahlwerke benötigen weniger Platz in der Maschine.

 

Insgesamt ist es vorteilhaft für ein homogenes und aromatisches Ergebnis, wenn das Mahlwerk groß ausfällt und im Betrieb eine hohe Geschwindigkeit aufweist. Nur selten und in Geräten mit einem sehr niedrigen Preis verbaut sind Schlagmahlwerke, die über Schlagmesser funktionieren. Sie bringen den Nachteil mit, dass sie sich stark erhitzen. Dies wirkt sich ungünstig auf das Aroma des Kaffees aus. Außerdem lässt sich die Feinheit des Kaffeepulvers bei diesem Mahlwerk nicht einstellen.

 

Deshalb der Tipp: Entscheide Dich für einen Kaffeevollautomaten mit einem Scheiben- oder Kegelmahlwerk. Achte außerdem darauf, dass sich der Mahlgrad individuell einstellen lässt.

Der Druck

Mehr ist mehr, oder? Nicht unbedingt. Zumindest was den Druck betrifft, mit dem Kaffeevollautomaten das erhitzte Wasser durch das Kaffeepulver jagen, solltest Du Dich nicht von hohen Zahlen blenden lassen. Denn der ideale Wert für einen Espresso beziehungsweise das Kaffeevollautomaten-Imitat eines Espressos ist und bleibt 9 Bar.

 

Ist der Druck zu hoch, wird das Ergebnis bitter. Das bedeutet aber auch, dass Du bei einem niedrigeren Druck Abstriche beim Geschmack machen musst. Wer seinen Kaffee richtig zubereiten will, braucht die goldene Mitte. Die optimale Wassertemperatur liegt übrigens zwischen 90 und 95 Grad.

Milchschäumsystem

Aufgeschäumte Milch ist ein Muss für viele Kaffeespezialitäten. Ein Kaffeevollautomat mit Milchbehälter, der in der Maschine integriert ist, übernimmt diesen Vorgang vollautomatisch. Die Alternative besteht in einem Schlauch, der in einen externen Milchbehälter gehängt wird. Komfortabel ist in jedem Fall Ersteres. Allerdings wirkt sich Zweiteres auf den Preis aus.

Bedienung und Funktionsvielfalt 

Ein wichtiges Argument für einen Kaffeevollautomaten ist die leichte Bedienung. Wie angenehm diese ausfällt, hängt vom Gerät ab. Wichtig ist, dass sich Nutzer schnell zurechtfinden und möglichst wenige Knöpfe drücken müssen, um die Kaffeespezialität ihrer Wahl zu genießen. Hochwertige Kaffeevollautomaten punkten zusätzlich mit vielen Funktionen. Das fängt bei der Auswahl der Getränke an, die die Maschine zubereitet. Latte Macchiato zum Beispiel gehört, anders als Cappuccino, bei günstigen Automaten nicht zum Standard. Außerdem besteht teilweise die Möglichkeit, individuelle Rezepte zu programmieren. Diese Option entscheidet jedoch weniger darüber, ob ein Automat für Dich den Titel „bester Kaffeevollautomat“ verdient.

 

Tipp: Denke schon beim Kauf an Wartung und Reinigung. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass sich die Brühgruppe des Automaten herausnehmen lässt. Eine automatische Reinigung erhöht den Komfort auf lange Sicht erheblich.

Edelstahl sieht nicht nur schöner aus als Plastik. Es hat sogar positive Auswirkungen auf den Geschmack von Kaffee. Denn besteht eine Maschine aus zu viel Kunststoff, ist das Risiko hoch, dass das Kaffeepulver auf dem Weg hängenbleibt. Dann fällt das Ergebnis schnell anders aus als erhofft, außerdem entsteht auf diese Art oft Schimmel.

Pflege

Die richtige Pflege wirkt sich entscheidend auf die Lebensdauer von Kaffeevollautomaten aus. Hochwertige Geräte übernehmen selbst einen Teil der Arbeit. Hin und wieder musst Du aber auch hier noch selbst ran. Das schließt ein, die Brüheinheit des Automaten regelmäßig herauszunehmen und unter fließendem Wasser zu reinigen. Außerdem solltest Du selbst Geräte mit integriertem Wasserfilter zwei bis drei Mal im Jahr entkalken.

Kaffeekunde - Tipps für das ultimative Geschmackserlebnis

Nicht nur auf den Automaten kommt es an, auch der Kaffee selbst spielt eine zentrale Rolle für den Genuss. Zudem gibt es ein paar Tipps, die Dir dabei helfen, Kaffee richtig zu lagern.

 

Der Unterschied zwischen Arabica und Robusta 

 

Wenn Du Kaffee kaufst, besteht dieser in der Regel aus Bohnen der Kaffeepflanzen Arabica und Robusta. Arabica nimmt einen besonders großen Anteil an. Angebaut wird die Pflanze vorrangig in Kolumbien, Kenia und Brasilien. Kaffee aus Arabica-Bohnen ist wegen seines starken Aromas sehr beliebt. Robusta Bohnen enthalten mehr Koffein und sorgen für einen herben Geschmack. Sie werden in erster Linie in Indonesien, Brasilien und der Elfenbeinküste angebaut. Meist bekommen Kunden im Handel eine Mischung aus Arabica und Robusta. Beachte, dass reiner Arabica-Kaffee zwar als sehr hochwertig gilt. Für den typischen Espresso-Geschmack und eine schöne Crema ist jedoch ein gewisser Anteil Robusta notwendig. Andere Kaffeesorten sind vergleichsweise selten.

Merkmale von gutem Kaffee

 

Guten Kaffee zu erkennen ist alles andere als leicht. Wer Wert auf hohe Qualität legt, kauft seinen Kaffee nicht im Supermarkt, sondern von kleinen Röstereien und lässt sich bei der Auswahl beraten. So lassen sich auch Details zu den folgenden wichtigen Eigenschaften von Kaffee herausfinden:

 

  • Frisch geröstet: Je mehr Zeit zwischen dem Rösten und dem Kaffeegenuss liegt, desto eher geht das Aroma verloren. Möchtest Du Kaffee richtig zubereiten, tust Du dies am besten ein bis drei Monate nach dem Rösten.
  • Trommelröstung: Große Hersteller setzen allein wegen der Zeitersparnis auf die industrielle Röstung. Bekömmlicher und geschmackvoller ist Kaffee aus handwerklicher Trommelröstung. Diese baut Bitterstoffe und Säuren besser ab.
  • Rösttiefe: Der Geschmack von Kaffee variiert, je nachdem wie hell oder dunkel er geröstet ist. Bei zu dunklen Bohnen schmeckt man häufig nur noch Rostaroma.

Auch die Herkunft des Kaffees lohnt es sich, im Blick zu behalten. Oft ist gerade die Ernte von schlechten Arbeitsbedingungen und niedrigen Löhnen geprägt. Fair gehandelter Kaffee sorgt für ein gutes Gewissen beim Trinken.

 

 

Kaffee richtig lagern

 

Warte nicht zu lange mit dem Verbrauch von Kaffee. Denn selbst Bohnen verlieren mit der Zeit an Geschmack. Am besten ist es, Kaffeebohnen innerhalb von spätestens sechs Wochen aufzubrauchen. Bei schon gemahlenem Kaffee ist die ideale Lagerzeit noch kürzer. Hier lässt der Geschmack schon nach zwei Wochen spürbar nach.

 

Berücksichtige bei der Lagerung außerdem folgende Tipps:

 

  • Lagere den Kaffee in einer gut verschlossenen Verpackung an einem trockenen, dunklen und kühlen Ort.
  • Ein Aromaventil erhält den Geschmack.
  • Nicht geeignet zur Kaffeelagerung ist der Kühlschrank. Hier passiert es schnell, dass der Kaffee nach Käse oder Milch schmeckt.

Kaffeebohnen lassen sich zwar einfrieren. Für einen aromatischen Geschmack ist es aber besser, darauf zu verzichten und immer nur kleine Mengen zu kaufen.