Babyschalen Vergleich & Test bzw. Ratgeber 2020

Heutzutage. sind wir alle mobil. Sobald der Nachwuchs da ist, stellt sich deshalb auch schon die Frage, wie er mittransportiert werden kann, ohne dabei trotzdem zu vielen Gefahren ausgesetzt zu werden. Wer nur zu Fuß unterwegs ist, wird vielleicht mit dem Kinderwagen oder Tragetuch auskommen, aber für den Großteil aller Eltern ist ein Auto das Transportmittel Nummer Eins – und eine Babyschale damit unerlässlich. Denn die Babyschale ist schon für die Kleinsten der Kleinen geeignet, garantiert einen sicheren Transport im Auto und ist deshalb inzwischen sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Aton 5 von Cybex Gold

  Wodurch zeichnet sich der Aton 5 aus? Stabilität und maximale Sicherheit

  Was ist das größte Manko? Schwer

Dieser Autokindersitz für die Kindersitzgruppe 0+ (also für Babys und Kinder von 0 bis 18 Monaten) erfüllt alle Kriterien einer guten Babyschale: Er ist robust und stabil und lässt sich in einem Auto mit oder ohne Isofix-System befestigen – in ersterem Fall muss allerdings die passende Basisstation, Aton Base 2 oder Aton Base 2-fix, separat angeschafft werden. Das Kind liegt ergonomisch gut in der Sitzschale, die Rückenlehne fördert einen flachen Liegewinkel. Außerdem verfügt der Aton 5 über eine höhenverstellbare, „mitwachsende“ Kopfstütze und vor allem: Er sorgt für maximale Sicherheit. Spezielle Sitzelemente wie das Seitenaufprallschutzsystem und eine energieabsorbierende Sitzschale, die im Falle eines Aufpralls die gefährlichen Druckkräfte schluckt, garantieren dies.

 

Der Bezug aus Polyester ist abnehmbar und waschmaschinenfest und in mehreren trendy Farben oder Mustern erhältlich, was den Aton 5 auch optisch zu einem beliebten Modell macht.

 

Nachteilig bei diesem Modell ist lediglich das recht schwere Eigengewicht, das viele Eltern im alltäglichen Umgang mit dem Kindersitz stört – allerdings spricht das wiederum für die Stabilität und den hohen Sicherheitsstandard dieses Modells. Mit etwa 120€ liegt der Aton 5 preislich gesehen im mittleren Bereich. 

RECARO Guardia

Wodurch zeichnet sich der RECARO Guardia aus? Einfache Handhabung, geringes Gewicht

Was ist das größte Manko? Umständliche Befestigung

Auch das Modell Guardia der Firma Recaro ist eine Babyschale der Kindersitzgruppe 0+. Die Hosenträgergurte sind größenverstellbar und können laufend an das Wachstum des Kindes angepasst werden. Mit dem HERO Gurtsystem, das wie ein übliches 3-Punkt-Gurtsystem funktioniert, wird ein einfaches sowie sicheres An- und Ausschnallen garantiert, überhaupt besticht der RECARO Guardia durch absolut einfache Handhabung: Farblich abgesetzte Bedienelemente lassen keine Unsicherheiten zu, die Bedienungsanleitung ist leicht verständlich. HERO kann aber noch viel mehr: Dadurch, dass Schulterpolster, Schultergurte und Kopfstütze eine Einheit im 3-Punkt-System bilden, liegt das Kind absolut fest und sicher im Sitz und wird somit optimal geschützt – der Name ist also Programm! Absoluter Pluspunkt des RECARO Guardia ist außerdem das geringe Eigengewicht: mit nur knapp 4,1 kg ist er deutlich leichter als die meisten Konkurrenzmodelle und damit absolut dankbar in der alltäglichen Handhabung.

 

Auch dieses Modell hat einen abnehmbaren Bezug, der in der Waschmaschine gereinigt werden kann.

 

Kleine Abzüge gibt es beim Ein- und Ausbauen des Sitzes im Auto: Durch das Gurtsystem gestaltet sich das etwas umständlicher als bei anderen Modellen; wer das praktischere Isofix-System nutzen will, muss den RECARO Guardia mit der separat erhältlichen SmartClick Base kombinieren.

RECARO Privia Evo

 Wodurch zeichnet sich der RECARO Privia Evo aus? Schutz und Leichtigkeit

 Was ist das größte Manko? Umständliche Befestigung

Noch ein Modell von Recaro hat es unter die Besten geschafft: Der Privia Evo kombiniert Sicherheit mit Leichtigkeit: Mit unter 4 kg Eigengewicht gehört er zu den leichtesten Kindersitzen auf dem Markt – er toppt hier sogar den Guardia von Recaro – und garantiert trotzdem maximale Stabilität. Wie das Geschwistermodell läuft der Privia Evo über ein 3-Punkt-Gurtsystem und kann mit der SmartClick Base von Recaro zum praktischen Isofix-System mit Ein- und Ausklicken umfunktioniert werden. Auch dieser Sitz wächst – bis zu einem gewissen Grad – mit: Ein mitgelieferter Sitzverkleinerer bietet empfindlichen Neugeborenen Extraschutz und unterstützt eine rückenschonende Liegefunktion, sobald das Kind etwas größer ist und aufrechter sitzen kann, kann das Extrapolster einfach herausgenommen werden. Ähnlich wie der Guardia kommt auch hier das HERO Sicherheitssystem zum Einsatz, das ein Verrutschen oder Verdrehen der Gurte im Sitz verhindert und somit nicht nur für eine einfache Bedienung sorgt, sondern auch für maximalen Schutz im Auto.

 

Doch worin unterscheidet sich jetzt der RECARO Privia Evo gegenüber dem Guardia-Modell der gleichen Marke? Viel tut sich zwischen den beiden Modellen nicht, beide erfüllen die Sicherheits- und Qualitätsstandards von Recaro. Der Privia Evo ist etwas leichter, der Guardia dafür etwas stabiler – und teurer: Mit 230€ für den Guardia gegen 140€ für den Privia Evo (ungefähre Angaben, Preis schwankt je nach Anbieter) ist der Preis hier vielleicht das ausschlaggebende Argument.

Hauck Babyschale Comfort Fix

Wodurch zeichnet sich der Comfort Fix aus? Simpel, aber effektiv, guter Preis

Was ist das größte Manko? Gefahr der Fehlbedienung

Sicherheit ist natürlich das A und O beim Autokindersitz: Der Comfort Fix von Hauck verfügt deshalb über energieabsorbierende Polster aus Schaumstoff im Kopf- und Schulterbereich des Sitzes, die die auf den Körper des Kindes einwirkenden Kräfte bei einem Aufprall zu dämmen helfen. Außerdem liegt die Babyschale von Hauck gut in der Hand: Ein ergonomisch geformter Tragegriff aus Aluminium mit einer weichen Polsterung in der Mitte und ein geringes Eigengewicht von unter 4 kg sorgen für eine bequeme Handhabung im Alltag. Die Schale wird mithilfe eines 3-Punkt-Gurtsystems auf dem Autositz befestigt, auch hier kann man durch den Kauf der passenden Comfort Fix Isofix Base jedoch auf das praktische Isofix-System aufrüsten.

 

Damit das Kind in der Babyschale nicht unangenehm schwitzt, wurden hochwertige, atmungsaktive Materialien mit Stretch verwendet: Diese verhindern, dass sich unter dem Kind ein Wärmestau bildet und sorgen für eine angenehme Durchlüftung. 

 

Ein kleiner Nachteil des Comfort Fix ist die etwas umständliche Bedienung im Auto: Da Bedienungsanleitung sowie Warnhinweise nicht ganz klar sind, entsteht hier die Gefahr einer Fehlbedienung.

 

Für den Comfort Fix von Hauck spricht jedoch der Preis: Mit nur knapp 100€ ist dieses Modell unter den vorgestellten Produkten das günstigste – keine Sorge: Dies tut der Sicherheit keinerlei Abbruch, sondern heißt lediglich, dass dieses Modell ohne großen Schnickschnack auskommt: Das Design ist schlicht, aber funktional; der Sitz kommt ohne technische Extrakniffe wie Ton- oder Farbsignale für eine korrekte Gurtbefestigung aus – eventuell führt das zu oben erwähnten Fehlbedienungen, kann aber auch geübt werden.

Auf einen Blick: Die drei häufigsten Fragen beantwortet

  • Wie lange nutzbar? bis ca. 15 Monate
     
  • Welche Transportrichtung? rückwärts zur Entlastung im Falle eines Aufpralls
     
  • Welche Position im Auto? auf dem Rücksitz

Wie lange kann die Babyschale genutzt werden?

Wie lange die Babyschale genutzt werden kann, hängt letztlich von der Körpergröße und dem Gewicht des Kindes ab: Wenn es buchstäblich aus der Babyschale herausgewachsen ist, der Kopf also aus der Schale herausragt, dann ist es Zeit, auf einen Kindersitz umzusteigen. Generell geht man davon aus, dass eine Babyschale bis zum Alter von 15 Monaten genutzt werden kann.

Warum wird sie rückwärts im Auto befestigt?

Die Babyschale sollte immer rückwärts angebracht werden: Damit wird im Falle eines Aufpralls die empfindliche Halswirbelsäule des Kindes entlastet und das Risiko für Schleudertraumata erheblich gesenkt. Der rückwärtsgewandte Transport ist nachweislich 5x sicherer für die Nackenmuskulatur der Kleinen, sodass Experten ihn auch nach dem Herauswachsen aus der Babyschale bis zu einem Alter von 3-4 Jahren weiterhin empfehlen – dann allerdings in Kindersitzen, die man deshalb auch „Reboarder“ nennt.

Wo wird sie am besten im Auto platziert?

Instinktiv gehen viele Eltern davon aus, dass ihr Kind am besten im Beifahrersitz neben ihnen aufgehoben ist – so haben sie den Nachwuchs immer im Blick und können es außerdem beruhigen, wenn es zu Schreianfällen kommt, was – so viel sei gesagt – in der ungewohnten Situation im Auto durchaus öfters vorkommen kann. Doch das Gegenteil ist der Fall: Am sichersten ist der Platz auf der Rückbank – dort ist das Kind am besten geschützt vor einem Aufprall; auf dem Beifahrersitz ist es einem Crash dagegen ausgeliefert. Hinzu kommt, dass beim Transport auf dem Beifahrersitz der Airbag unbedingt ausgeschaltet werden muss, denn der kann das Baby bei einem Unfall erheblich verletzen. Das ist je nach Autohersteller nicht immer ganz unkompliziert, und vor allem muss immer daran gedacht werden, ihn wieder zu aktivieren, wenn mal wieder ein Erwachsener mitfährt.

Worauf gilt es beim Kauf zu achten?

Nachdem die dringlichsten Fragen beantwortet wurden und wahrscheinlich jedem klar ist, wieso eine Babyschale so wichtig ist, kann tiefer in das Thema eingestiegen werden: Denn die verschiedenen Modelle unterscheiden sich vor allem durch ihre Befestigungssysteme, diverses Zubehör – und auf die Einhaltung neuer Prüfnormen sollte auch unbedingt geachtet werden.

 

Befestigungssysteme:

 

Bei den Befestigungssystemen wird vor allem zwischen der klassischen Befestigung mithilfe des Sicherheitsgurtes und der neuen Isofix-Technologie unterschieden.

 

  • Installation mit dem Gurt: Vor allem ältere Modelle haben noch kein Isofix und werden einfach über den Sicherheitsgurt mit dem Auto verbunden. Dadurch kann es schneller zu Fehlern kommen und die Babyschale verrutschen, allerdings ist diese Art der Befestigung auch sehr praktisch, da sie in jedem Auto gleichermaßen verwendet werden kann.
     
  • Isofix-System: Das neue Isofix-System, mit dem inzwischen immer mehr Babyschalen oder auch Kindersitze ausgestattet sind, sorgt für größtmögliche Sicherheit: Denn dabei wird der Kindersitz durch Einklicken direkt mit der Karosserie fix verbunden – da rutscht und ruckelt garantiert nichts mehr! Anders als bei Kindersitzen werden Babyschalen jedoch nicht direkt in die Halterung geklickt, sondern benötigen eine spezielle Zwischenstation, die am besten gleich mitgekauft wird. Der Nachteil vom Isofix-System ist, dass nicht jedes Auto dafür ausgerüstet ist – und man das Baby also notfalls nicht in anderen Autos oder Taxen mitfahren lassen kann. Deshalb sollte man am besten eine Babyschale mit Isofix-System auswählen, die auch die Möglichkeit zur einfachen Befestigung mit dem Gurt bietet.
     
  • Mit Adapter: Mit einem speziellen Adapter kann die Babyschale nicht nur im Auto benutzt, sondern auch mit dem Kinderwagen oder Buggy verbunden werden. Es braucht in dem Fall also nur noch ein Gestell und zusätzliche Last und Kosten für einen Kinderwagen fallen weg.

Auf Gesetzes Wegen

 

Hinter der EU-Norm ECE R129 verbirgt sich, was unter Kennern auf dem Spielplatz wahrscheinlich eher als „i-Size“ bekannt ist: Diese recht neue Richtlinie bezieht explizit auf Kindersitze für die Kleinsten und schreibt nämlich vor, dass Babyschalen nicht mehr nur nach Alter und Gewicht, sondern vor allem auch nach Größe – also nach „eye size“, nach Augenmaß – klassifiziert werden. Außerdem bestimmt „i-Size“, dass Kinder in Sitzen mit Isofix-Systemen, sei es eine Babyschale oder schon ein Kindersitz, bis zum Alter von 15 Monaten rückwärtsgewandt im Auto fahren müssen. Denn mit ECE R129 soll künftig die Befestigung mit Isofix dank seiner fehlerfreien Einbaumöglichkeiten und der höheren Sicherheit zur Regel werden.

 

Bis dahin sind aber auch weiterhin Babyschalen und Kindersitze gemäß der bisherigen Normen ECE R44/04 bzw. ECE R44/03 erlaubt. Beim Kauf sollte man aber auf jeden Fall darauf achten, dass die Babyschale eine der Prüfnormen erfüllt.

Nützliche Extras

  • Sonnenschutz: Ein Sonnenverdeck schützt Babys gerade bei langen Autofahrten im Sommer oder auch beim Herumtragen an sonnigen Tagen – und im Notfall auch gegen Wind oder Regen.
     
  • Rückfensterspiegel: Wer sein Kind trotz der relativen Ferne auf der Rückbank immer im Blick haben möchte, kann auf einen Rückfensterspiegel zurückgreifen, der entweder zusätzlich zur Babyschale erhältlich ist oder direkt mitgeliefert wird.
     
  • Abnehmbarer Bezug: Natürlich kann es in der Babyschale, die ja täglich mit einem Kleinkind in Kontakt kommt, schon mal zu Flecken oder Gebrauchsspuren kommen. Besonders praktisch sind deshalb Babyschalen mit abnehmbaren und waschbaren Bezügen, die bei 30° in der Waschmaschine gereinigt werden können.