Wasserfilter Vergleich

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Kaufratgeber für Wasserfilter

Es ist schon eine bittere Ironie: Zwei Drittel unseres blauen Planeten werden von Wassermassen bedeckt. Doch nur etwa zwei Prozent davon sind Süßwasser, und davon sind noch einmal zwei Drittel nicht nutzbares Eis in Polarregionen. Übrig bleibt also nur ein winziger Bruchteil, der für uns Menschen trinkbar ist – etwa ein Prozent des gesamten Wasservorrats.  

Und selbst hier ist Vorsicht geboten: Im Wasser lauern oft unsichtbare Gefahren. Beim Camping oder anderen Outdoor-Aktivitäten ist die Aufbereitung von Trinkwasser deshalb unerlässlich. Das ist zwar leidig,  doch der Aufwand lohnt sich, denn gerade bei mehrtägigen oder gar mehrwöchigen Trekkingtouren gilt es, das Tragegewicht auf einem Minimum zu halten – und die Fähigkeit, aus verschmutztem Wasser trinkbares zu machen, kann im Ernstfall Leben retten. Dieser kleine Guide klärt über die häufigsten Gefahrenquellen im Trinkwasser auf und erklärt, mit welchem Wasserfilter man die Schätze der Natur trotzdem nutzen kann. 

Die drei häufigsten Gefahren im Trinkwasser

Schwebstoffe: Schwebstoffe sind organische oder mineralische Stoffe, die in feinster Verteilung frei im Wasser „schweben“, zum Beispiel Algen, Schlick, Sand oder kleinste Steinchen – sie sind grob gesagt also Dreck. Schwebstoffe sind nicht unbedingt gefährlich, oft sogar harmlos, aber wie alle Schmutzpartikel können sie in hoher Konzentration die Gesundheit belasten und sorgen außerdem für eine unangenehm trübe Farbe des Wassers, da sie Licht absorbieren. In klaren Gebirgsseen oder -bachläufen sind diese Schwebstoffe also weniger vorhanden.  

Um das Wasser von Schwebstoffen zu befreien, werden Wasserfilter eingesetzt, die das Wasser mechanisch filtern, also die Partikel einfach aussieben. Bei stark verschmutztem Wasser sollte vorab gefiltert werden, damit der Wasserfilter nicht verstopft: Hierfür kann man das Wasser einfach durch ein Tuch oder ein Kleidungsstück laufen lassen. Ein Tipp von Outdoor-Profis: Immer eine Extra-Strumpfhose oder Extra-Socken im Gepäck haben!  

Schwermetalle und Chemikalien

Schwermetalle wie Blei, Quecksilber, Kupfer oder Zinn finden sich vor allem in Industriegebieten oder in der Nähe von landwirtschaftlich genutzten Flächen, da sie zum Beispiel im industriellen Abwasser oder auch in Düngemittel lauern. Die Aufnahme dieser Stoffe ist bereits in geringen Mengen gesundheitsschädigend und auch wenn moderne Produkte wie Aktivkohlefilter einige der Chemikalien absorbieren können, gibt es für Laien leider noch keine Möglichkeit, Trinkwasser hundertprozentig davon zu befreien.  

Nur Destillation kann Chemikalien aus dem Wasser lösen, dieser Prozess ist allerdings ziemlich aufwendig und somit denkbar ungeeignet für einen Campingtrip. Es gilt also: In der Nähe von landwirtschaftlichen oder industriellen Betrieben lieber abgefülltes Wasser mitführen oder kaufen.  

Mikroorganismen

Die größte Gefahr im Wasser stellen Mikroorganismen dar. Sie sind unvorstellbar winzig – ein Mikron oder kleiner, das sind 0,001mm –, und können uns doch sehr krank machen. Im Trinkwasser wird hauptsächlich zwischen drei Arten von Krankheitserregern unterscheiden, diese sind, nach absteigender Größe sortiert:  

  • Protozoen: Protozoen sind einzellige Parasiten, die oft über Fäkalien von Menschen oder Tieren ins Wasser gelangen und zu akuten Magen-Darm-Erkrankungen führen können.  

  • Bakterien: In mäßiger Konzentration sind Bakterien ungefährlich, sogar wichtig für den Körper, sie können sich vor allem in warmen Gewässern jedoch rasend schnell vermehren und führen in hoher Konzentration zu Vergiftungen. So zum Beispiel E. coli, die in unserem Darm leben, in bösartiger Form aber Durchfall oder Darmerkrankungen auslösen können. Auch Legionellen und Salmonellen sind Beispiele für Bakterien.  

  • Viren: Viren sind die kleinsten Mikroorganismen und dabei die gefährlichsten. Da sie als Parasiten selbst keinen Zellkern besitzen, suchen sie einen Wirt, in dem sie ihr krankheitserregendes Erbgut verbreiten können – und das sind dann wir. Durch Viren ausgelöste Krankheiten sind zum Beispiel Hepatitis A oder der Norovirus.  

Mikroorganismen: die unsichtbare Gefahr

  • Protozoen: 1-15 Mikron
  • Bakterien: 0,2-5 Mikron
  • Viren: 0,02 Mikron

Hauptaufgabe des Wasserfilters

Die Hauptaufgabe von Wasserfiltern ist es also, Trinkwasser von diesen schädigenden Mikroorganismen zu befreien. Erst ab einer Porengröße von 0,02 Mikron können Mikrofilter auch Viren aus dem Trinkwasser entfernen, viele Viren entschlüpfen den meisten herkömmlichen Outdoor-Wasserfilter jedoch – und wenn, dauert das Filtern sehr lange. Darauf hat man im Urlaub nicht immer Lust.  

Die meisten Outdoor Wasserfilter bestehen aus einem Schlauch und einer kleinen Handpumpe sowie einem Behältnis, in dem das gereinigte Wasser aufgefangen wird. Unabhängig von der Größe arbeiten mechanische Wasserfiltersysteme meist mit einem Keramikfilter und alle ähnlich: Das verunreinigte Wasser wird auf der Einlassseite eingefüllt, durch ein Sieb mit feinporiger Membran ins Filtergehäuse hindurch gepumpt und strömt dann gereinigt in den Tank oder den Wasserbehälter. Am wichtigsten beim Kauf ist hier also die Angabe der Porengröße. 

Spezielle Minifilter für unterwegs ähneln gar einem Stift oder kleinen Röhrchen und punkten damit durch eine wirklich kinderleichte Handhabung; im Wohnwagen arbeiten die Wasserfilter direkt am Wassertank. Viele Wasserfilter funktionieren zudem auf Basis eines Aktivkohlefilters, damit können nämlich nicht nur Giftstoffe wie zum Beispiel Pestizide reduziert, sondern auch geruchsaktive Stoffe aus dem Wasser gelöst und somit die Geschmacksqualität gehoben werden.

Aufgepasst!

Der Nachteil von Wasserfiltern liegt vor allem in der Pflege: Ganz wichtig ist es nämlich den Filter nach jeder Benutzung zu reinigen und trocknen zu lassen, da man sonst Gefahr läuft, Bakterien einen Nährboden zu geben und sie somit vermehrt statt zu bekämpfen!

Während Wasserfilter Protozoen und Bakterien zuverlässig filtert, braucht man zur Bekämpfung von Viren oft zusätzliche Hilfsmittel, sogenannte Wasserentkeimer, die chemisch arbeiten. Da diese wiederum organische oder mineralische Rückstände, also Schwebstoffe und Schmutz jedoch nicht entfernen, ist es ratsam, immer mit einer Kombination aus mechanischen und chemischen Wasserfiltern zu arbeiten.  

5 Regeln für die richtige Wasseraufbereitung

  1. Je einsamer, desto besser
    Da durch Industrie und Landwirtschaft viele Schadstoffe und Chemikalien, aber auch Viren ins Wasser gelangen, gilt: Je weiter man von der Zivilisation entfernt ist, desto geringer die Infektionsgefahr. Auch Nutztiere können das Wasser verunreinigen, deshalb immer oberhalb der Weidegrenze nach Wasserquellen suchen. 

  2. Je kälter, desto besser
    In warmen Gewässern fühlen sich Bakterien besonders wohl und können sich schnell vermehren.  

  3. Je schneller das Wasser, desto besser
    Nie aus stehenden Gewässern schöpfen!  

  4. Je klarer, desto besser
    An einer trüben Färbung des Wassers erkennt man Schwebstoffe, außerdem ist schlammiges Wasser ein Tummelplatz für Viren und Bakterien.  

  5. Filtern ist Teamarbeit
    Mechanische Wasserfilter befreien Trinkwasser von Schmutz und Bakterien, die winzigen Viren bekämpft man am effektivsten mit chemischen Entkeimungsmitteln. Chemikalien können leider nie vollständig aus dem Wasser gefiltert werden.  

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