Wasserentkeimer Vergleich

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Kaufratgeber für Wasserentkeimer

Gibt es etwas Schöneres, als nach einem harten Tag eine große Flasche reines, angenehm kühles Wasser zu trinken? Was zu Hause zu unserem Wohlbefinden beiträgt, wollen wir beim Camping und bei anderen Outdoor Aktivitäten nicht missen. Allerdings gestaltet sich das hier eindeutig schwieriger: Outdoor lässt sich nicht einfach ein Hahn aufdrehen. Stattdessen muss Wasser in Flaschen abgefüllt mitgenommen werden, was beim Transport nicht nur körperlich anstrengend ist, sondern auch noch teuer: Mineralwasser aus dem Supermarkt kostet zwischen 19 und 50 Cent pro Liter. Günstig und praktisch sieht anders aus, abgefülltes Wasser mitzunehmen ist bei mehrtägigen Trekking-Touren auch oft überhaupt keine Möglichkeit, da jeder Kilo auf dem Rücken zählt.  

 

Campingfreunde und Outdoor-Enthusiasten vertrauen daher auf Wasserentkeimer, die bei Wasser aus Bächen, Seen und Flüssen zum Einsatz kommen. Mit diesen Helferlein hat man im Nu frisches Trinkwasser zur Verfügung – frei von krankheitserregenden Bakterien und Viren. Worauf man beim Kauf eines Wasserentkeimers achten sollte, erfährst du in diesem kleinen Ratgeber. 

Wasserentkeimer und Wasserfilter – was ist da der Unterschied?

Wasserentkeimer und Wasserfilter klingen zunächst einmal sehr ähnlich und der Gedanke liegt nahe, dass beide Begriffe ein und dasselbe Dinge bezeichnen. Das stimmt allerdings nicht. Der Unterschied: Wasserfilter filtern wortwörtlich Dinge aus dem Wasser, genauer gesagt Schwebstoffe wie Algen und Sand sowie Mikroorganismen wie Protozoen und Bakterien. Was die allermeisten Wasserfilter nicht filtern können, sind Viren, denn das sind die kleinsten und leider auch gleichzeitig gefährlichsten Mikroorganismen. Sie sind so winzig, dass sie herkömmlichen Wasserfiltern einfach entgehen und sind dabei für gefährliche Erkrankungen wie zum Beispiel das Norovirus verantwortlich. Wo Viren entfernt werden sollen, kommen Wasserentkeimer zum Einsatz – und diese gibt es in verschiedenen Formen. 

Tabletten, Tropfen, UV-Strahlen: Diese Arten von Wasserentkeimern gibt es

Tabletten

Chemische Wasserentkeimer in Tabletten- oder Tropfenform desinfizieren Wasser mithilfe von Jod oder Chlor. Sie sind ungeheuer praktisch in der Anwendung: Es genügt, eine Tablette pro Liter Wasser aufzulösen und etwas zu warten. Das behandelte Wasser bleibt monatelang keimfrei. Tabletten und Tropfen sind meist die kostengünstigste Variante, außerdem nehmen sie kaum Platz im Gepäck weg. Allerdings hinterlässt die Behandlung einen chlorhaltigen Geschmack, was auf Dauer unangenehm wird – für Kurztrips sind Wasserentkeimungstabletten dagegen ideal. Noch ein Problem könnte die doch recht lange Reaktionszeit sein, die sich von Marke zu Marke unterscheidet, aber meist 30 Minuten und mehr beträgt. Kurz mal eben einen Schluck Wasser entkeimen geht damit leider nicht. 

Vor- und Nachteile Tabletten / Tropfen

günstig

leicht

einfach in der Anwendung

Chlorgeschmack bleibt bei vielen Tabletten zurück

lange Reaktionszeit von 30 bis 60 Minuten 

UV-Strahlung

Hochmodern und praktisch ist die Wasseraufbereitung mit UV-Licht, denn die Viren werden durch die UV-Strahlen abgetötet. Ein Prinzip, das auch in den Wasseraufbereitungsanlagen unserer Städte zum Einsatz kommt. Die Outdoor-Variante präsentiert sich als ein batteriebetriebener „Stift“, den man einfach nur für ein paar Minuten ins Wasser hält – das macht die Sache zum Kinderspiel. Allerdings sollte das zu entkeimende Wasser keine Schwebstoffe enthalten, da diese vom UV-Licht natürlich nicht herausgefiltert werden können. 

Vor- und Nachteile UV-Licht

sehr handlich

einfach in der Anwendung

relativ teuer

funktioniert nur bei sehr klarem Wasser, das keine Schwebstoffe beinhaltet 

Aktivkohlefilter für den besseren Geschmack: Wer länger unterwegs ist oder sich einfach nur am unappetitlichen Geschmack und einer schlammig-trüben Farbe stört, kann das Wasser mit einem Aktivkohlefilter behandeln. Der filtert Geruchs- und Geschmacksstoffe, allerdings filtert er kaum Bakterien oder Schwebstoffe. Als alleiniger Filter ist er also nicht geeignet, sondern eher nur als „Geschmackszusatz“!

Kann ich jedes Wasser mit dem Wasserentkeimer trinkbar machen?

Wenn man schon einen nagelneuen Wasserentkeimer im Rucksack hat, möchte man meinen, dass man damit nun jedes noch so schmutzige Wasser trinkbar machen kann. Das ist falsch! Egal, wie gut der Wasserentkeimer ist: Nimm immer möglichst klares Wasser zum Filtern und Entkeimen. Im Zweifelsfall kannst du das Wasser auch erst durch ein Kleidungsstück – zum Beispiel einen sauberen Socken – filtern, um die gröbsten Verunreinigungen zu entfernen. Grundsätzlich ist es sehr empfehlenswert, sowohl einen Wasserfilter, als auch ein Wasserentkeimungs-Präparat mit sich zu führen: Erst wird das Wasser gefiltert, um Mikroorganismen und Schwebstoffe zu entfernen, anschließend entkeimt, um die gefährlichen Viren zu beseitigen. Auf diese Weise ist deine optimale Versorgung mit absolut ungefährlichem Trinkwasser garantiert.

Brauche ich wirklich unbedingt Wasserfilter UND Wasserentkeimer?

Wie bereits erwähnt, eine Kombination aus Wasserfilter und Wasserentkeimer ist die sicherste Lösung. Wenn du aber auf Trekking-Tour in Gebiete gehst, wo nur selten eine Menschenseele auftaucht, ist das Risiko für Viren im Wasser deutlich geringer. Dann reicht auch ein guter Wasserfilter.

Ich habe keinen Filter und keine Tabletten zur Hand! Wie kann ich Wasser noch entkeimen?

Die Tabletten sind alle, der Wasserfilter kaputt oder wurde zu Hause vergessen...es gibt eine Menge möglicher Szenarien, weshalb du bei der Wasseraufbereitung improvisieren musst. Die wahrscheinlich älteste Methode, Wasser zu entkeimen, ist das Abkochen. Auch hier lohnt es sich, sehr verschmutztes Wasser erst durch ein Stück Stoff zu filtern, bevor du es für mindestens fünf Minuten abkochst. Nur so tötest du alles ab, was darin so kreucht und fleucht. 

Eine andere Möglichkeit ist die Destillation: Du kochst Wasser und fängst den Wasserdampf auf. Der Vorteil: Selbst Schwermetalle werden so herausgefiltert (das schafft sonst kaum ein Filter), aber natürlich ist das Destillieren nicht besonders praktikabel, schon gar nicht auf einer Trekking-Tour.

Was sollte ich bei der Wasseraufbereitung außerdem beachten?

  • Wenn du die Wahl hast zwischen See und Bach, nimm den Bach! Fließende Gewässer bieten keinen besonders guten Nährboden für Krankheitserreger. 

  • Je kälter das Gewässer, desto besser. Warmes Wasser ist bei Bakterien äußerst beliebt. Kaltes Wasser schmeckt natürlich auch einfach besser. 

  • Je klarer das Wasser, desto weniger Schwebstoffe und Mikroorganismen, desto besser. 

  • Schöpfe niemals Wasser aus einer Quelle in der Nähe von Industrie- und Landwirtschaftsgebieten. 

  • Ein Wasserfilter sollte maximal 0,2 Mikron groß sein, da er sonst nicht ausreichend filtert. 

  • Achte beim Kauf eines Wasserfilters auf die Herstellerangaben zur Nutzung und darauf, ob und wenn ja, wie oft der Filter ausgetauscht werden sollte.  

  • Achte beim Kauf von Wasserentkeimungs-Tabletten oder -Tropfen darauf, wie lange die Reaktionszeit ist.  

 

 

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