Regenschirme Vergleich

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Kaufratgeber für Regenschirme

Es ist schon eine wundersame Erfindung: Der Himmel öffnet sich, langsam fallen die Regentropfen auf Haare, Schultern, schlagen einem ins Gesicht – und dann zieht man einfach ein kleines Bündel aus seiner Tasche und spannt sein persönliches und tragbares Dach über dem Kopf auf, unter dem man dann trocken und geschützt weiter spaziert. Regenschirme sind vor allem in Städten mit wechselhaftem Wetter wirklich wahre Retter des Alltags.  

Der Regenschirm: Vom Luxusprodukt zum Alltagsbegleiter

So richtig zurückverfolgen lässt sich die Spur des Regenschirms nur bis zum Ende des 17. Jahrhunderts: Für diese Zeit finden sich die ersten Hinweise darauf, dass man sich mit Schirmen aus wasserfestem Material gegen Regen wappnete. In England oder Frankreich entwickelte sich der Regenschirm dann nach unterschiedlichen Moden – lange war der Regenschirm beispielsweise noch als weibliches und überflüssiges Accessoire verpönt –, bis sich das Stück in der Gesellschaft durchgesetzt hatte. Ein wichtiger Meilenstein ist außerdem das Jahr 1928: Da erfand der Breslauer Bergassessor Hans Haupt einen zusammenschiebbaren Schirm, den er 1930 als „Knirps“ patentieren ließ. Taschenschirme kennen wir noch heute unter diesem Namen.  

Doch Schirm ist nicht gleich Schirm: Man hat heutzutage die Qual der Wahl zwischen verschiedensten Formen, Größen und Materialien. Dieser kleine Guide hilft, den Überblick zu bewahren und erklärt, auf welche Dinge man beim Kauf des Regenschirms achten sollte. 

Schirmchen, wechsle dich: Welche Regenschirm-Typen gibt es?

Stockschirm: Der Klassiker unter den Regenschirmen ist nach wie vor der Stockschirm. Er hat einen langen Griff, weshalb er manchmal auch als Langschirm bezeichnet wird und dient bei Trockenheit auch gern als Geh- oder Wanderstock. Dadurch, dass der Holzgriff am Ende abgerundet ist, liegt er angenehm in der Hand. Da er sich nicht einziehen lässt und als Einzelgepäck außerdem oft in Geschäften oder Cafés vergessen wird, hat der Stockschirm jedoch gerade angesichts der neuen praktischeren Modelle zwar etwas an Beliebtheit eingebüßt, dafür ist er jedoch viel stabiler und garantiert außerdem einen eleganten Auftritt.  

Taschenschirm: Der Teleskop-Stiel macht den Knirps zum absoluten Renner. Durch den einziehbaren Stock spart der Taschenschirm bei Nichtbenutzung enorm an Platz und passt, wie der Name schon sagt, in jede Tasche. Zusammengestaucht bringen es die meisten Taschenschirme auf kaum über 30cm, wer es noch handlicher mag, kann auf Mini-Modelle zurückgreifen. Leider sind die meisten Taschenschirme nicht ganz so gut gegen Wind gerüstet und haben insgesamt eine recht kurze Lebensdauer.  

Golfschirm: Der Golfschirm punktet vor allem allem durch seine Größe und Stabilität. Wie der Name schon verrät, schützte er ursprünglich Geschäftsmänner auf dem Golfplatz vor Sonne oder Regen, da man ihn in den Rasen stecken kann, heute ist er aber auch bei Familienfeiern oder anderen privaten Zwecken sehr beliebt.  

Glockenschirm: So fancy! Regnet es in England cats and dogs, wofür das Land ja durchaus bekannt ist, wird Queen Elizabeth meist mit einem eleganten Glockenschirm gesichtet. Dieses Modell zeichnet sich durch eine glockenförmige Kuppel aus, die sehr tief reicht und somit nicht nur Haupt und Haare schützt, sondern auch die Schultern. Außerdem wird durch die Glockenform hartnäckigem Wind weniger Angriffsfläche geboten, sodass man sich wirklich wie unter einer schützenden Haube fühlt. Damit man Passanten und Laternen trotzdem noch erkennen kann, sind die meisten Glockenschirme aus transparentem Material.  

Kinderschirm: Ein Kinderschirm ist natürlich etwas kleiner als herkömmliche Schirme, außerdem sind die Spitzen der Speichen entweder abgerundet oder mit großen Noppen besetzt, damit Kinderhände oder -augen nicht verletzt werden. Kinderschirme sind meist mit fröhlich-bunten Mustern bedruckt und sorgen so bei grauen Regentagen für schöne Farbkleckser im Schirm-Meer.  

Trekkingschirm: Im Outdoor werden Regenschirme einem besonderen Härtetest unterzogen. Spezielle Trekkingschirme sind deshalb extra stabil und widerstandsfähig und können außerdem durch spezielle Schlaufen am Körper oder an der Ausrüstung befestigt werden, damit beim Wandern trotz Regen die Hände frei bleiben. 

Aus welchem Stoff sind Regenschirme gemacht?

Beim Material des Regenschirms sollte man grundsätzlich zwischen der Kuppel und dem Stock mit Gehäuse unterscheiden.  

Die Kuppel ist mit einem wasserabweisenden Stoff bespannt, heutzutage meist aus Polyamiden wie Nylon oder auch Polyester – einem besonders reißfesten und widerständigen Kunststoff, der auch lichtbeständig ist und somit nicht so schnell verbleicht.  

Darunter befindet sich ein Strebenkonstrukt mit 6, 8 oder 10 Speichen – der professionelle Schirmmacher rät übrigens zu zehn Speichen, dann ist die Stabilität dank optimaler Gestellgeometrie am höchsten. Da das Gestänge einen Großteil des Gesamtgewichts eines Regenschirms ausmacht, sollte es aus möglichst leichtem Material gefertigt sein: Die meisten Modelle bieten deshalb Gehäuse und Griffe aus Aluminium. Das kühle Material kann die Hände im Herbst oder Winter zwar frieren lassen, die Holzvariante ist dafür schwerer und wird bei Nässe schnell rutschig.  

Was die Spannbreite betrifft: Wer sich gern zu zweit unter einem Regenschirm wärmt, dem sei der Stockschirm mit 1m Durchmesser ans Herz gelegt – die kleineren Taschenschirme ab 80cm Durchmesser sind meist nur für eine einzelne Person gedacht. Ein Streitpunkt beim gemeinsamen Gang unter dem Regenschirm, den auch die gewiefteste Technologie nicht zu lösen vermag, bleibt übrigens: Die unterschiedliche Körpergröße. Da hilft nur Kommunikation! 

So pflegt man seinen Regenschirm richtig: 3 goldene Regeln

Ein Regenschirm ist zwar relativ anspruchslos in der Handhabung und Pflege, damit er einen aber viele schmuddelige Herbsttage lang zuverlässig vor Regen schützt, sollte man doch ein bisschen auf ihn Acht geben. Zu guter Letzt deshalb drei Regeln für den richtigen Umgang mit dem Regenschirm: 

  1. Trockenzeit
    Am wichtigsten ist, den Schirm nach Gebrauch immer vollständig trocknen zu lassen – am besten im aufgespannten Zustand und nicht auf der Heizung, denn die meisten Stoffe sind hitzeempfindlich und leiden auf Dauer unter Heizungswärme. 

  2. Mit Gefühl, bitte!
    Das Klettband, mit dem der Stoff im unaufgespannten Zustand zusammengehalten wird, sollte nicht zu straff gezogen werden, denn das kann auf das Gehäuse drücken und es somit verbiegen. 

  3. Nicht mehr ganz dicht?
    Damit der Regenschirm wasserfest bleibt, empfiehlt es sich, ihn regelmäßig zu imprägnieren, also wasserdicht zu versiegeln. Das geht mit Hausmitteln wie essigsaurer Tonerde, die auf den Stoff gepinselt wird, am einfachsten gelingt es jedoch mit dem Imprägnierspray aus dem Handel. Vorsicht bei Haarspray: Diese Methode wird immer wieder empfohlen, allerdings sind in vielen Haarsprays aggressive Stoffe enthalten, die Textil brüchig machen können – und somit genau das Gegenteil erreichen.

 

 

 

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