Funktionsunterwäschen Vergleich

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Kaufratgeber für Funktionsunterwäschen

Wer viel aktiv ist, weiß: Kleider machen Sportsleute. Die richtige Bekleidung ist beim Sport und bei Outdoor Aktivitäten wie Wandern oder Camping häufig die halbe Miete, doch angesichts des schier grenzenlosen Angebots an Schuhen, Shorts oder Jacken wird eines oft noch übersehen: Die Unterbekleidung. Dabei ist die richtige Funktionsunterwäsche ein wichtiges, wenn nicht gar das wichtigste Element des Outdoor-Outfits – schließlich hilft auch die raffinierteste atmungsaktive Designerjacke nichts, wenn der Schweiß schon an der ersten Lage scheitert. Eine gute Unterwäsche ist wie eine zweite Haut, die uns mit allen Raffinessen versorgt, die uns die Natur leider versagt hat. Auch bei der Wahl der richtigen Funktionsunterwäsche gibt es deshalb einiges zu beachten: In diesem kleinen Guide findest du alles, was du vor dem Kauf wissen musst.  

Was ist Funktionsunterwäsche eigentlich?

Das oberste Gebot der Funktionsunterwäsche steckt schon im Namen: die Funktionalität. Gut sitzend und angenehm zu tragen ist die Funktionsunterwäsche im Wesentlichen dazu da, unser Körperklima zu regulieren – also dafür zu sorgen, dass wir im Sommer bei schweißtreibenden Aktivitäten kühl und bei Kälte warm bleiben.  

Als erste Schicht im Zwiebelprinzip steht der Tragekomfort der Funktionsunterwäsche natürlich ganz weit oben auf dem Wunschzettel: Hier kann man darauf achten, dass die Kleidung mit wenigen und möglichst flachen Nähten verarbeitet wurde und nichts juckt oder scheuert. Design sollte deshalb einer einwandfreien Bewegungsfreiheit nie im Wege stehen – allerdings verbinden einige aktuelle Modelle Funktionalität und Fashion sogar so gut, dass viele Sportler die Unterbekleidung im Sommer auch solo tragen. Dabei sollte man nur aufpassen, dass man zum Beispiel ein Unterhemd mit etwas breiteren Trägern wählt, um Druck- oder Scheuerstellen von Rucksackträgern auf der Haut zu verhindern.

Worauf kommt es bei der Funktionsunterwäsche an?

Richtig ausgewählt ist Funktionsunterwäsche ein wahres Wunderwerk: Das Gewebe kann Schweiß von der Haut nach außen weiterleiten, ohne den dünnen Schweißfilm auf der Haut gänzlich zu unterbinden – schließlich ist Schwitzen ein natürliches und wichtiges Mittel, um den Körper bei Belastung zu kühlen. Funktionsunterwäsche hilft somit, vor Überhitzung wie vor Verkühlung gleichermaßen zu schützen. Sie sollte deshalb atmungsaktiv sein und schnell trocknen, Gerüche neutralisieren und dabei elastisch und anschmiegsam auf der Haut anliegen.  

Checkliste Funktionsunterwäsche

  • atmungsaktiv
  • rascher Feuchtigkeitstransport
  • schnelltrocknend
  • geruchsneutralisierend
  • gute Passform
  • angenehm auf der Haut 

Welche Materialien gibt es und wofür eignen sie sich?

Für die Herstellung von Funktionsunterwäsche werden Naturfasern wie Wolle oder Seide verwendet oder Kunstfasern wie Polyester, Elasthan oder Lycra. Während Wolle sehr gut Feuchtigkeit aufsaugt und auch bei längerem Tragen kaum Gerüche bildet, werden Kunstfasern heutzutage sehr oft eingesetzt, weil sie atmungsaktiv und sehr elastisch sind und oft zu günstigeren Preisen angeboten werden können. Jedes Material hat dabei seine eigenen Vor- und Nachteile und passt sich den individuellen Bedürfnissen an.  

Schon gewusst?

Besonders beliebt ist übrigens das sogenannte Body Mapping: also eine Funktionsunterwäsche aus Mischgewebe, bei der je nach Körperzone eine andere Materialstärke verwendet und somit ideal den Bedürfnissen des Körpers angepasst wird! "Schweißzentren" wie Achseln, Rücken oder Brust werden also gekühlt, während Nieren und Knie warmgehalten werden.

Baumwolle

Baumwolle ist zwar der Klassiker unter den wärmenden Materialien, wird aber heutzutage kaum noch als Grundlage für Funktionsunterwäsche empfohlen. Der Grund: Das Gewebe nimmt Schweißnässe zwar sehr gut auf – gibt sie aber nicht mehr ab. Wenn der Schweiß dann auf der Haut anfriert, ist die Erkältung nicht mehr weit. Für Sportler und aktive Leute also eher ungeeignet.  

Merinowolle

Wolle von den Merinoschafen in Australien, Neuseeland oder Südafrika ist dagegen im wahrsten Sinne des Wortes ein ganz heißer Tipp für Outdoor-Freunde. Die Wolle speichert Körperwärme, isoliert also hervorragend und kann viel Feuchtigkeit aufnehmen – etwa ein Drittel ihrer Masse! –, ohne sich klamm anzufühlen. Das leichte und weiche Material liegt angenehm auf der Haut und verfügt darüber hinaus über eine natürliche Selbstreinigungsfunktion, sodass Schmutz und Schweißgeruch keine Chance haben. Merinowolle ist deshalb ideal für längere Touren, da man ein Kleidungsstück mehrere Tage lang tragen kann. Einziger Nachteil: Die kurzen Fasern verfilzen sich recht schnell (sogenanntes Pilling), die kleinen Knötchen kann man jedoch problemlos abzupfen oder mit einem speziellen Kamm abreißen.  

Seide

Als Naturfaser ist Seide sehr angenehm und leicht zu tragen und kühlt die Haut wirksam, gleichzeitig sind die Fasern atmungsaktiv und bieten Bakterien kaum Angriffsfläche, sodass kein unangenehmer Geruch entsteht. Für längere Wanderungen ist Funktionsunterwäsche aus Seide daher zu empfehlen, allerdings ist das teure Material nur bedingt robust, kaum elastisch und für Extremsportler daher nur bedingt geeignet.

Polyester

Sogenannte synthetische Funktionsunterwäsche wird aus Kunstfasern hergestellt, Polyester ist dabei die am häufigsten verwendete. Polyester hat eine hohe Feuchtigkeitsaufnahme, nimmt also Schweiß schnell auf und gibt ihn zügig wieder ab, was vor allem für sommerliche und sportliche Aktivitäten ideal ist, bei denen man schnell und viel schwitzt. Ein Nachteil ist, dass Kunstfasern im Gegensatz zu Wolle nicht geruchshemmend wirken; deshalb sind viele Kleidungsstücken mit Polyester- oder Elasthan-Anteil mit Silberionen durchwirkt, die das Wachstum von geruchsbildenden Bakterien hemmen, oder gar im Voraus chemisch behandelt.  

Elasthan

Elasthan zeichnet sich vor allem durch seine Elastizität aus und sorgt durch Stretch für eine ideale Passform und einen hohen Tragekomfort. Beliebt sind übrigens Mischgewebe aus Polyester und Elasthan, die die Vorzüge beider Materialien kombinieren.

Auf einen Blick: Welches Material für welchen Zweck?

Merinowolle Polyester
atmungsaktiv atmungsaktiv
isolierend schnelltrocknend
antibakteriell elastisch
geeignet für längere Trekkingtouren oder Wanderungen mit Pausen vor allem im Winter geeignet für hochpulsige Aktivitäten wie Radefahren oder Laufen, vor allem im Sommer

Wie pflege ich meine Funktionsunterwäsche am besten?

Kunstfaser ist erfahrungsgemäß sehr pflegeleicht – deine Funktionsunterwäsche aus Polyester oder Elasthan kannst du also bei 30° oder 40° in der Waschmaschine waschen. Entsprechende Pflegehinweise findet man immer auch auf dem Etikett. Das Schnelltrocknen lohnt sich übrigens nicht nur beim schweißtreibenden Sport, sondern auch bei der Wäsche: Im Nu ist deine Funktionsunterwäsche wieder anziehbereit. 

Naturfasern sind zwar etwas empfindlicher, aber auch Merinowolle kann bei 30° im schonenden Waschgang in die Waschmaschine wandern.  

Welche Funktionsunterwäsche fürs grüne Gewissen?

Gerade als Outdoor-Fan, sei es zu Fuß, auf dem Bike oder an der Kletterwand, macht man sich auch Gedanken um die Umwelt: Die Natur, in der man sich austobt, möchte man ja auch erhalten. Deshalb zum Schluss die Frage: Welchen ökologischen Fußabdruck hinterlasse ich mit dem Kauf meiner Funktionsunterwäsche?  

Kunstfasern wie Polyester verbrauchen bei der Herstellung zwar weit weniger Wasser als Wolle, doch lösen sich beim Waschen kleine Fasern, die letztlich als Mikroplastik im Meer landen. Merinowolle dagegen ist als Naturfaser nachhaltig. Allerdings muss man auch hier aufpassen: Die als „Mulesing“ umstrittene Behandlung, die die Schafe vor Madenbefall schützen soll, aber ohne Betäubung durchgeführt wird, ruft regelmäßig Tierschützer auf den Plan. Inzwischen sprechen sich aber immer mehr Anbieter gegen diese Grausamkeit aus und bieten explizit mulesing-freie Produkte an. Es gilt also auch beim Kauf der Funktionswäsche: Ob Natur- und Kunstfaser, jedes Material kann nachhaltig und ethisch verarbeitet werden – man sollte sich nur über jedes Produkt vorab genau informieren.   

 

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